Bericht zum Vortrag in Hohlach

Bericht zum Vortrag vom 17.5.19 in Hohlach.

So voll ist eine Kirche sonst nur bei der Konfirmation“, meinte ein Besucher nach dem Vortrag zur Geschichte der Herrschaft Hohenlohe. Über den letzten Platz hinaus war die Kirche in Hohlach, einem Ortsteil von Simmershofen, besetzt. Organisiert hatte den Vortrag der Museumsverein Kloster Frauental e.V., weil das Zisterzienserinnenkloster Frauental von den Hohenlohe in der Stauferzeit als Familiengrablege gestiftet worden war. Dr. Thomas Kreutzer, Kreisarchivar des Hohenlohekreises, zeigte auf, warum sich die Herren von Hohenlohe nach dem Dorf Hohlach nannten und dann auf die Ebene zwischen Jagst, Kocher und Tauber „abwanderten“. Denn dorthin verlagerte sich im Laufe der Jahrhunderte der Schwerpunkt dieser Hochadelsfamilie, die bis heute in mehreren Linien blüht. Der Vortrag beschränkte sich nicht aufs Mittelalter, sondern behandelte auch die vielen Teilungen und den Aufstieg in den Fürstenrang bis zur Entmachtung durch Napoleon. Immerhin blieb nach der Einordnung in die neugebildeten Königreiche Württemberg und Bayern die Erinnerung an dieses Geschlecht, weil sich seitdem das nordöstliche Württemberg „Hohenlohe“ nennt.

Mit Beifall honoriert wurde von den Zuhörern, dass der Referent wiederholt einen direkten Bezug zum Dörfchen Hohlach herstellte. Laut seiner Vermutung befanden sich hier im 12.Jahrhundert zwei Adelssitze: oben die Burganlage der Herren zum Hohenloch und unten die Turmburg eines Ritters, der als Ministeriale in Diensten der Hohenlohe stand. Beide Burgen sind inzwischen verschwunden. Anstelle der Hochadelsburg wurde wohl das heutige Schloss gebaut und von der Ministerialenburg zeugen nur noch die vermutlichen Fundamente in einem Garten hinter der Kirche. Auf die Suche nach diesen Überresten begaben sich anschließend unter Führung der Gartenbesitzerin noch viele interessierte Besucher.

Wolfgang Willig, Vorsitzender des Museumsvereins Kloster Frauental e.V., kündigte ein weiteres Geschichtsangebot des Vereins an. Am Sonntag, 14.Juli wird ein Ausflug zum ehemaligen Zisterzienserinnenkloster Birkenfeld stattfinden. Dieses Kloster wurde ebenso wie Frauental in der Reformation aufgehoben. Der Alt-Bürgermeister von Neustadt an der Aisch wird die Teilnehmer durch die Reste der Anlage führen.